Sommer´s Tyska Jaktterriers

- Born To Hunt -

 

                

 

 

Bilden ovan: Fee von der Zeiler Klinge, född 1982-04-27.

 

von der Zeiler Klinge

 

 

Ägare: Klaus Schulz.

 

Zeiler Klinge`s uppfödning har varit verksam sedan 1966 och har sitt säte i Zeil am Main i södra tyskland. Kennelns första stamtik var Cora vom Tiefenbachtal, född 1976-07-18. Uppfödningens andre stamtik vart Fee von der Zeiler Klinge (se bilden ovan) vilken var en avkomma mellan Cora vom Tiefenbachtal och Dachs von der Wetterau.

 

En av Zeiler Klinge´s kanske mest uppmärksammade hundar är Khan von der Zeiler Klinge, född 1986-02-04, med cirka 450 stycken avkommor. Khan von der Zeiler Klinges mamma var Fee von der Zeiler Klinge som parades med Axel vom Haubachsee.

 

Zeiler Klinge`s uppfödning har mellan åren 1966 till 1999 fött upp 222 stycken hundar fördelat över 40 stycken kullar. Den senaste var en parning mellan Hexi von der Zeiler Klinge II och Fox von Obermayerhofen som tillika är far till min Addi vom Ostpreussenland.

 

 

Cita von der Zeiler Klinge.                                          Khan von der Zeiler Klinge.

 

   

Khan och Fee von der Zeiler Klinge på jaktäventyr.        Cox von der Zeiler Klinge

                                                    

 

 

Zwinger Chronik

Des Deutschen Jagdterrier- Zwingers Nr. 406

"von der Zeiler Klinge“

von Klaus Schulz

 

Mein Entschluss, dass ich mir einen kleinen, schneidigen und scharfen Jagdhund anschaffen würde, reifte in mir schon sehr früh. Da meine beiden Großväter, mein Vater und mein Onkel mit Leib und Seele Jäger waren, hatte ich es oft nicht leicht mit meinen Vorfahren; von frühester Jugend an war ich ihr Treiber und Hundeführer. Meine erste Hundemeute bestand immerhin schon aus einem großen und kleinen „Jagdhund“, wobei unter Jagdhund nicht der reinrassige, sondern der gut jagende Mischlingshund verstanden wurde. Der Kauf eines solchen Hundes wurde zur damaligen Zeit weniger von Prüfungsleistungen und möglicher guter Vererbung geprägt, es war nur die jagdliche Leistung dieses Hundes ausschlaggebend. Wenn mein Großvater hörte, es gebe bei einem Bauern in der Nähe einen Dackel oder ähnlichen Hund, der gut wildere, so setzte er sich auf sein Fahrrad fuhr zu dem betreffenden Hof und brachte diesen Hund meistens im Rucksack mit nach Hause. Einige dieser Hunde entwickelten sich als brauchbare Jagdhunde, andere wiederum wurden nach kurzer Zeit als Hof- oder Begleithunde verkauft. Bei den „Jagdhunden“ war die Wildschärfe ja meistens vorhanden, aber bei den kleinen Mischlingshunden ließ die Raubwildschärfe doch oft zu wünschen übrig und sie waren nur selten für die Baujagd zu verwenden.

 

Für die Bodenjagd

Doch gerade die Baujagd wollten wir favorisieren, und so stand endlich der Entschluss fest: Ein kleiner, schneidiger und vor allem scharfer Jagdhund muss ins Haus! Hier bot sich der Deutsche Jagdterrier geradezu an. Ich fuhr mit meinem Vater im Jahr 1963 zu einem bekannten Züchter, der einen einjährigen Rüden zu verkaufen hatte. Als wir auf dem Hof des Züchters ankamen, nahm mein Vater den Rüden auf den Arm und wollte ihn streicheln, doch sofort biss der Rüde ihn in die Hand. Die darauf folgenden Worte meines Vaters werde ich nie vergessen: „Der ist so scharf, den nehmen wir.“ So kam ich zu meinem ersten Jagdterrier „Bazi vom Ammertal“, ZB. Nr. 17417, gew. 8. Febr. 1962. Heute würde ich mir nach solchen Gesichtspunkten keinen Hund mehr aussuchen, aber er erfüllte seinen damaligen Zweck. Der Rüde war am Wild sehr scharf. Bazi wurde auf Zucht- und Brauchbarkeitsprüfung mit Erfolg geführt, er war auch sonst ein recht brauchbarer und leistungsstarker Vertreter seiner Rasse, aber seine Bissigkeit hat er nie abgelegt. Was auch mein Schulfreund schmerzlich feststellen musste. Er führte den Hund den ganzen Tag auf der Jagd, aber als er ihn zu Hause in den Zwinger brachte, biss der Rüde ihn sofort in die Hand. Die Versicherungsfälle häuften sich immer mehr und viele unserer Jagdfreunde sagten: „Das haben wir gleich gewusst, mit so einem Hund bekommt man nur Ärger.“ Heute weiß ich, dass mit diesem Hund in früher Jugend gravierende Fehler gemacht wurden, aber noch schlimmer war, dass Bazi mit vier Jahren an Linsenluxation erkrankte und ich so vom Deutschen Jagdterrier stark enttäuscht und auch für einige Zeit geheilt war. Ich kaufte mir einen roten Langhaar-Teckel. Diese Hündin war wunderschön, sie lag stundenlang in jeder gewünschten Stellung auf dem Schoß und ließ sich streicheln, für die Jagd war sie jedoch einfach nicht brauchbar.

Da mein Onkel Jagdterrier züchtete, kam ich automatisch immer wieder mit dieser Hunderasse zusammen. Ich merkte sehr schnell, dass diese Hunde bei richtiger Erziehung und Sozialisierung weder bissig noch aggressiv sind. Nachdem ich alles Erreichbare an Literatur über Hundeerziehung und den Deutschen Jagdterrier gelesen hatte, setzte ich mir für meinen künftigen Hund folgendes Ziel: „Ein guter Deutscher Jagdterrier soll die Ausdauer eines Kamels, die Schärfe einer Rasierklinge, die Nase eines Fuchses, den Jagdverstand eines alten Wilderes und das Gemüt eines Traktors haben.“

 

Wesensfest

So holte ich mir aus dem Zwinger „vom Eulental“ die Welpenhündin „Hella“ (ZB. Nr. 27041), die, so hoffte ich, meinen Vorstellungen entsprechen würde. Sie war sehr kinderlieb, anhänglich, hätte nie einen Menschen gebissen, aber auf der Jagd zeigte sie immer maximalen Einsatz. Wolfgang Bierwirth, der damalige Zuchtbuchführer, schrieb im Nachrichtenblatt folgenden Nachruf über diese ihm bestens bekannte Hündin: „Ein Durchschnittshund??? Hella vom Eulental, ZVNR. 27041 gew. Am 19.03.1972, erhielt am 5.5.1973 auf einer Zuchtprüfung mit Härte 2,5 einen 3. Preis, 134 Punkte. Ein Jahr später erhielt sie am Dachs den Härtestrich für die Note 4h auf einer Bauprüfung. In den ersten Wochen dieses Jahres kränkelte sie und erlag schließlich ihren Verletzungen, die sie beim Graben auf den Dachs erlitten hatte. Auf ihr alleiniges Konto gingen 398 Füchse, 32 Dachse und 86 Steinmarder! Eine Strecke von der so mancher Bodenjäger nur träumen kann und die wohl auch kaum überboten werden kann. (…) Wir wünschen Herrn Klaus Schulz, dass er diese Lücke, die der Abgang von Hella hinterlassen hat, schnell schließen kann. Wir alle aber sollten aus diesem Beispiel die Erkenntnis gewinnen, dass ein Hund, der die Zuchtprüfung mit einem 3. Preis bestanden hat und der konsequent und stetig in der jagdlichen Praxis geführt wird, Hervorragendes leisten kann. Bei allem Verständnis für das Streben nach den doppelten Leistungszeichen, die Praxis kommt dabei dann oft zu kurz und Prüfung wird leicht zum Selbstzweck.“ Als Ersatz für Hella suchte ich nach einer sehr ruhigen aber in der Härte konsequenten Hündin. Diese fand ich in „Cora vom Tiefenbachtal“ (ZB. Nr. 30677). „Cora“ war ein Jagdterrier, wie ich ihn immer haben wollte, ihre unglaubliche Ruhe und ihre extreme Härte überzeugten mich immer wieder. Für mich war nun klar, wenn alles andere, stimme, wollte ich mit dieser Hündin auch züchten. Wie ich schon erwähnte, erkrankte mein erster Jagdterrier an Linsenluxation. Damals wusste ich noch nichts über diese Krankheit, und ich versuchte alles, um mehr darüber zu erfahren. Für mich stand bereits damals fest, dass Linsenluxation immer ererbt ist. Damals hatten wir noch keine Computer und auch kein „Dogbase“, worauf ich später noch eingehen werde. Ich erstellte riesige Ahnentafeln aus alten Zuchtbüchern, um zu sehen, wie belastet meine Hündin war, und stellte fest, ihre Linie war fast frei. Der Zuchtbuchführer Wolfgang Bierwirth erklärte mir, meine wochenlange Arbeit würde überhaupt nichts bringen, weil dies nur dann einen Sinn mache, wenn man bis zu drei Generationen zurückginge. Als Grund führte er an, eine Erbkontrolle sei nur bis zu den Urgroßeltern möglich. Heute weiß ich, dass er damals recht hatte, aber aus einem ganz anderen Grund: nämlich die Ehrlichkeit einzelner Züchter in puncto Abstammung. Also beschloss ich mit meiner „Cora“ zu züchten. Den Zwingernamen „von der Zeiler Klinge“ übernahm ich von meinem Onkel, der bereits einen A- und B-Wurf gezüchtet hatte und leider an den Folgen eines schweren Unfalls gestorben war. Der Zwingername ist nach einer Waldabteilung in Zeil benannt, hat also nichts mit Messern oder anderen kalten Waffen zu tun.

 

Mit der Hündin „Cora von Tiefenbachtal“ zog ich vier Würfe; ihre Nachkommen wurden ausnahmslos sehr gute Jagdhunde. Besonders hervorzuheben ist, dass alle Hunde hervorragend an Sauen arbeiteten. Das war auch für mich ein sehr wichtiger Punkt bei der weiteren Auswahl meiner eigenen Zuchthunde. Der bekannteste Hund aus dieser Linie war meine Zuchthündin „Fee von der Zeiler Klinge“. Bei ihr war alles vorhanden, was einen guten Jagdhund ausmacht. Sie hatte eine Ruhe und ein Wesen, wie man es nur selten findet. Von der einen auf die andere Sekunde konnte sie am Raubwild oder an den Sauen explodieren, doch auf der anderen Seite war sie am erlegten Wild die Ruhe selbst, als wenn nichts gewesen wäre. „Fee“ zeigte auch auf den vielen Wundfährten ihr Durchhaltevermögen und einen enormen Finderwillen, was sie auf einer Verbandsschweißprüfung mit einem sehr guten 1. Platz bewies. Durch ihre große Erfahrung und vor allem Ruhe konnte ich diese Hündin auch befreundeten Führern für Nachsuchen anvertrauen, wenn ich aus beruflichen Gründen selbst nicht nachsuchen konnte. Trotz ihrer vielen Arbeit war diese Hündin noch bis ins hohe Alter sehr gesund und zeigte noch manchem jungen Hund, wie gejagd wird. So brachte sie mir mit 13 ½ Jahren  auf einer Drückjagd einen Überläufer und einen Frischling, die ich vor ihr erlegte. Aber nicht nur für den Bau, Sau und Nachsuchen arbeitete ich mit meinen Hunden, sondern auch für die ganze Palette der Niederwildjagden, wie zum Beispiel auf Rebhühner. Unsere bescheidenen Besätze lassen es nicht zu, dass auch nur ein geschossenes Huhn verloren geht. In den Zuckerrüben sucht der kleine Hund unter dem Blätterdach und ist dadurch mit seiner guten Nase manchem großen Hund überlegen. Auch am Wasser wurden und werden meine Hunde immer mit Erfolg eingesetzt; gerade im Winter werden hierbei gute Härte und besonders ausgeprägte Arbeitsfreude verlangt. Besonders in unserem Maingebiet hat sich meine Hündin Fee einen guten Namen gemacht. Nur ein Beispiel: Wir standen oberhalb einer Staustufe am Main, mein Jagdfreund mit seinem kapitalen und Hochprämierten DK-Rüden und ich mit meiner DJT- Hündin. Es hatte zirka zwei Grad minus und die Enten strichen zu Hunderten. Ich sagte noch zu meinem Begleiter: „Schieße nur so viele Enten wie dein Hund apportieren kann.“ Darauf lachte er mich aus und meinte zynisch: „Mein Hund holt deinen Terrier mitsamt den Enten heraus.“ Aber wie es nun einmal geht, schoss er nacheinander zwei Dubletten in den Main. Nach der ersten Ente war sein Rüde weder mit guten noch mit bösen Worten dazu zu bringen, die anderen drei Enten zu apportieren. Nachdem meine Hündin meine zwei Enten gebracht hatte holte sie noch zwei seiner Enten die schon weit in Richtung Staustufe abgetrieben waren. Für die dritte Ente schickte ich sie wegen der starken Strudel oberhalb der Schleuse nicht mehr ins Wasser. Seit dieser Zeit hat mein Jagdfreund nie mehr abfällig über meine Deutschen Jagdterrier gesprochen.

 

Zuchtbasis

„Fee von der Zeiler Klinge“ war auch als Zuchthündin überragend; sehr gute Jagd- und Zuchthunde waren und sind ihre Nachkommen. Einer der besten ihrer Söhne war der Rüde „Khan von der Zeiler Klinge“. Dieser zeichnete sich durch seinen weit überdurchschnittlichen Jagdverstand aus. Wir waren oft der Meinung, dass er schon beim Anblasen des Treibens wusste, wo er das Wild suchen musste. Kam dieser Rüde aus den Brennnesseln, konnte man wetten, dass weder ein Hase, ein Fasan oder ein Fuchs sich noch darin drücken im Naturbau war dieser Hund so schnell und intelligent, dass er fast nie verletzt wurde. Obwohl all meine Hunde, vor allem „Khan“, eine weit überdurchschnittliche Wildschärfe hatten, haben diese Hunde nie einen Menschen gebissen und waren sehr kinderlieb. Aus der Zucht der Deutschen Jagdterrier ist „Khan von der Zeiler Klinge“, mit seinen 441 direkten Nachkommen nicht mehr wegzudenken. Obwohl viele Neider diesem Rüden alle möglichen schlechten Eigenschaften angedichtet haben, bin ich der Meinung, dass es einen würdigen Nachfolger so leicht nicht geben wird. Kinder von diesem Rüden sind auf der ganzen Welt verteilt und werden zur Jagd und Zucht eingesetzt. In Süd- und Nordamerika werden seine Kinder jagdlich geführt und es wird mit ihnen gezüchtet. In Paraguay versuchte man, seinen Enkeln den Spur- oder Fährtenlaut herauszuzüchten da stumm jagende Hunde näher an den Puma herankommen sollen; ich weiß nicht, ob man damit Erfolg hatte. In Südafrika werden seit einigen Jahren mit großem Erfolg Nachkommen für die Jagd auf Warzenschweine in Zuckerrohrfeldern eingesetzt. Und selbst in Japan wird die „Khanline“ zur Jagd und Zucht verwendet. Ich selbst jage und züchte auch heute noch mit seinen Kindern, Enkeln und Urenkeln. Nun etwas zur Auswahl der Deckrüden. Ich suchte mir aus den Zuchtbüchern gute Linien heraus und forschte nach einigen Rüden. Um die Spreu vom Weizen zu trennen, lud ich die Besitzer mit ihren Hunden zur Jagd ein. Aber bisweilen hatten solche Rüdenbesitzer, die in den Deckrüdenanzeigen schrieben „Der Rüde steht im tätlichen Jagdeinsatz“ an verschiedenen angebotenen Terminen keine Zeit! Offensichtlich befürchteten sie, dass ihr Rüde wirklich einmal beim Jagen gesehen und die tatsächliche Veranlagung offenkundig würde. Die „Schlitzohren“ sagten noch am Morgen der Jagd ab oder standen mit Motorschaden auf der Autobahn, riefen aber von zu Hause über das Festnetz an. Jeder kann sich denken, dass ich diese Rüdenbesitzer nicht mehr angerufen habe. Aber es jagten auch viele Hunde mit uns, bei denen einfach alles gepasst hat. Bei manchen Rüden stellte sich der berüchtigte Vorführeffekt ein, doch auch diese Hunde bekamen immer eine weitere Chance, um zu zeigen, was in ihnen steckt. Besonderes Augenmerk legte ich auf den Jagdverstand und das Verhalten des einzelnen Hundes beim Jagen. Es konnte hierbei auch leicht herausgefunden werden, ob der Hund einfach keine Jagderfahrung hatte oder ob er gar nicht wusste, was er hier sollte und nur aus lauter Freude, weil er sich endlich einmal im Wald frei bewegen durfte, Laut gab. Das Zurückfinden der Rüden wurde besonders getestet, denn der mangelnde Orientierungssinn vererbt sich durchschlagend. Leider haben wir solche Hunde immer häufiger. Wir waren in einem Winter mit 14 Hunden auf einer größeren Drückjagd. Am Abend nach dem Streckelegen, fehlten immer noch sechs Hunde. Es ist auch sehr wichtig, dass potentielle Deckrüden verträglich und umgänglich sind und ein sicheres Wesen haben. Sie müssen sich auch von fremden Leuten anfassen lassen und dürfen keine Angstbeißer sein. Viele Besitzer von Hunden, sowohl von Rüden als auch von Hündinnen sehen ihre eigenen Hunde durch eine rosarote Brille und berichten nur das Positive. Ein Rüdenbesitzer hatte seinen Rüden über den Grünen Klee gelobt, aber als er mir sagte, sein Rüde wäre Totverbeller und würde dies auch noch sicher vererben, war das Maß voll.

 

 

Über meine ersten beiden Hündinnen habe ich schon bereichtet. Natürlich habe ich auch noch mit anderen Hündinnen gezüchtet und immer die gleichen hohen Anforderungen an diese gestellt Erfüllte eine Hündin im ersten Jahr meine Erwartungen, zu denen auch mindestens ein Naturleistungszeichen mit Härtestich zwingend gehörte, wurde sie auf Zuchtprüfungen geführt und nach den Formalitäten der Zuchtzulassung ein Wurf mit ihr gezogen. Ich stellte hierbei fest, dass gute Jagdhunde durchaus nicht immer auch gute Zuchthunde sind. Ich kaufte mir 1983eine angeblich ganz hervorragende Hündin. Diese Hündin war auch wirklich Spitze im Naturbau, war auch gut für Nachsuchen, aber enttäuschte mich immer wieder am Schwarzwild und hier habe ich gegen meine anfangs beschriebenen Grundsätze verstoßen und dachte: „Diese Hündin ist scharf im Bau, vielleicht hat sie in ihrer Jugend einmal schlechte Erfahrungen mit Sauen gemacht und hat das nicht ganz weggesteckt.“ Ich zog einen Wurf mit ihr. Das war der größte Fehler, den ich in meiner Zeit als DJT- Züchter gemacht habe.

 

Rückschlag

Ich kann jedem nur raten nie einmal gefasste Grundsätze über den Haufen zu werfen. Diese Hündin war eine miserable Mutter und auch der Wurf entsprach nicht meinen Vorstellungen. In diesem Wurf lag alles was ich nicht haben wollte: Nabelbrüche, Stehohren, Linsenluxation und Epilepsie, deshalb beantragte ich damals diesen gesamten Wurf zu sperren. Doch leider wurde dies damals abgelehnt - wir hätten einige erblindete Hunde weniger. Seit dieser Zeit habe ich nie wieder mit einer Hündin gezüchtet, die nicht zweifelsfrei meinen Vorstellungen entsprach. Heute kann ich sagen, dass meine hohen Anforderungen an meine Zuchthündinnen sich bewährt haben. Eine gute Zuchthündin muss sich auch ohne Probleme in der richtigen Zeit decken lassen. Ich möchte hier nicht darüber berichten, was meine Rüden dabei schon alles erleben mussten. Nach dem Deckakt gönne ich meinen Hündinnen acht Tage Ruhe. Danach werden sie ganz normal bejagt. Bewegung hat noch nie geschadet, und Probleme beim Werfen kannte ich in meinem Zwinger niemals. Einige Züchter meinen immer noch, wenn man einen guten Vaterrüden hat, spielen die Leistungen der Mutterhündin eine untergeordnete Rolle. Andere verlassen sich nur auf die Mutterlinie und verwenden den Rüden, der gleich um die Ecke zu Hause ist, egal, welche Wesenseigenschaften und jagdlichen Leistungen er aufweist. Es soll alles nur einfach und kostengünstig sein. Ich unterhalte mich sehr gerne mit Züchtern auch anderer Hunderassen, und ich habe oft und ausführlich mit dem DJT- Züchtern unserer östlichen Nachbarstaaten gesprochen. Hierbei stelle ich immer wieder fest, dass man heiklen Themen gerne aus dem Wege geht und sagt: „Diese Krankheit gibt es bei uns nicht.“ Dabei wissen wir sehr genau, dass zum Beispiel die Linsenluxation (LL) in den Zuchten unserer Nachbarn ebenso häufig auftritt wie bei uns.

 

 

Zuchtwert

Die kynologische Wissenschaft geht davon aus, dass zwei Prozent unserer Deutschen Jagdterrier an LL  erkranken. Man könnte nun sagen: „Zwei Prozent, was ist das schon!“ Aber für jeden Hund und jeden Führer, der betroffen ist, ist es schon eine tragische Sache. Als Wolfgang Bierwirth 1974 Zuchtbuchführer wurde und das Zuchtbuch 1973 erstellte, griff er in seinem ersten Vorwort auf das Thema Linsenluxation auf und äußerte die Meinung, dass wir in zwölf bis 15 Jahren LL- freie Stämme haben würden. In diesem Zuchtbuch von 1973 tat man auch den ersten Schritt zu einer zuverlässigen Zuchtwertschätzung. Damals wurde der Grundstein für unsere Zuchtwertschätzung und unser derzeitiges Computerprogramm gelegt. Der Zuchtwert ist ein Zahlenwert, der die Erwartung an einen Einzelhund beziehungsweise einen Wurf in Bezug auf seine ererbten Anlagen beschreibt. Er wird aus den Informationen des Einzelhundes und aller seiner Verwandten hergeleitet. Nahe Verwandte haben einen hohen Informationswert, Daten entfernter Verwandter wirken sich nur wenig auf den Zuchtwert aus. Zuchtwertzahlen sollen die Abweichungen in der ererbten beziehungsweise vererbbaren Anlage beschreiben, nicht werten; so sagt ein Zuchtwert in der erwarteten Größe der Nachkommen von zum Beispiel 120 aus, dass dieser Hund übermäßig große Nachkommen erwarten lässt, 90 oder gar 80 deutet auf extrem klein vererbende Hunde hin. Die Wertung muss der Züchter selbst vornehmen, für seinen Hund kann sowohl das eine als auch das Andere unerwünscht sein. Bei Linsenluxation bedeuten hohe Werte ein hohes Risiko, das LL auftritt. Bei Spurlaut tendieren niedrige Werte zu „stumm“, extrem hohe Werte bergen das Risiko zum Waidlaut. Das Programm „Dogbase“ mit dem wir heute arbeiten, ist ein Auszug aus dem Großrechner mit dem gesamten Datenbestand des Deutschen Jagdterrier Clubs. Es wurde 1994 im TG-Verlag auf Wunsch von Rassehundezuchtvereinen entwickelt, um die tägliche Arbeit, vor allem von Landeszuchtwarten, zu erleichtern. Mit diesem Programm haben wir den Datenbestand der Rasse erhalten und können alle möglichen Informationen abrufen. Ich habe anfangs schon erwähnt, dass mein erster DJT an LL erkrankte. Ich weiß also, was es für einen Führer bedeutet, wenn der Hund erblindet, nachdem man sich viel Arbeit mit seiner Ausbildung gemacht hat und man nun endlich mit ihm jagen könnte.

 

Zuchtplan

Aus diesem Grunde habe ich alles daran gesetzt, in meiner Tätigkeit als Zuchtwart und im Zuchtbeirat diese heimtückische Krankheit zu bekämpfen. Das Programm in unserer Zuchtordnung gegen LL besteht im Wesentlichen aus dem Zuchtplan und der Solidarkasse. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: “Jagdterrier“ ist keineswegs gleichzusetzen mit der Erbkrankheit LL! Die Häufigkeit ist vergleichsweise gering gegenüber anderen Defekten in anderen Rassen. Es ist eine Frage der Verantwortung, wie wichtig man es nimmt, wenn von 1000 jährlich gezüchteten Jagdterriern acht bis zehn Hunde erkranken. Es ist auch eine Frage, wie sehr man „die Bedeutung für das Leiden des Hundes“ und „die Bedeutung für die Betroffenheit des Besitzers“ wichtet. Die Krankheit tritt meist im Alter von vier bis fünf Jahren auf, wenn der Hund also bereits voll eingearbeitet und an den Besitzer angepasst ist (oder umgekehrt). Grundlage ist die Überzeugung, dass jeder erblindete Hund ein Hund zuviel ist. Insofern werden die durch den Zuchtplan festgelegten Kriterien zur verbindlichen Verpflichtung. Das ist auch der Grund dafür, warum der DJT- Club einen für alle Züchter verbindlichen Zuchtplan zur Eindämmung der Erbkrankheit „Linsenluxation“ beschlossen hat, der für andere Rassen mit gleichen oder ähnlichen Problemen Vorbild sein könnte. Dieser Beitrag spiegelt in Auszügen meine ganz persönliche immerhin über 30-jährige Erfahrung mit dem Deutschen Jagdterrier wider. Ich wünsche allen Führern und Züchtern eine glückliche Hand, Freude und viel Waidmannsheil mit ihren vierläufigen Jagdgefährten nach dem Motto: „Der Deutsche Jagdterrier, ein kleiner, schneidiger und universeller Jagdhund vom Jäger für den Jäger“.